CORCOPA - Optimierter Schutz von Europas Korallenriffen durch Ökoakustik

Schnappschuss-Lösung
Stativ für das Hydrophon in 12 m Tiefe auf dem Riff von Europa: Datenerfassung. CORCOPA Projekt, finanziert von der Europäischen Kommission (DG DEVCO) durch das BEST 2.0 Programm, mit Unterstützung der Französischen Süd- und Antarktisländer; Europa Isl...
Armand Daydé

Das Korallenriff um die Insel Europa ist eines der weltweit seltenen Riffe, die sich in einem nahezu unberührten Zustand befinden. Seine Erhaltung ist sowohl eine Priorität als auch eine logistische Herausforderung aufgrund seiner Abgeschiedenheit. Die Häufigkeit der visuellen Erhebungen (eine Momentaufnahme alle 3 bis 5 Jahre) reicht für eine wirksame Bewirtschaftung nicht aus. Die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und die zeitliche Dynamik der Riffpopulationen erfordern eine häufige Überwachung. Außerdem sind visuelle Erhebungen teuer und liefern nur unvollständige Informationen.

Im April 2018 haben wir eine autonome akustische Überwachungsstation auf dem Riff von Europa in 12 m Tiefe installiert. Ein Hydrophon zeichnet kontinuierlich die Geräuschkulisse auf. Die Daten werden an eine terrestrische Station übertragen und liefern nahezu in Echtzeit Informationen über den Zustand des Ökosystems. Um zu verstehen, wie die Schwankungen in der Geräuschkulisse mit dem Zustand des Ökosystems zusammenhängen, wurden an neun Stellen auf der Insel durch die Kombination von akustischen und visuellen Erhebungen (Videos für Fische, 3D-Modellierung für Lebensräume) ökoakustische Indizes ermittelt.

Letzte Aktualisierung: 30 Sep 2025
3326 Ansichten
Kontext
Angesprochene Herausforderungen
Steigende Temperaturen
Verlust der biologischen Vielfalt
Erwärmung und Versauerung der Ozeane
Anstieg des Meeresspiegels
Sturmfluten
Tropische Wirbelstürme/Taifune
Verlust von Ökosystemen
Umfang der Durchführung
Lokales
Ökosysteme
Korallenriff
Theme
Lebensraumfragmentierung und -verschlechterung
Verwaltung der Arten
Ökosystemdienstleistungen
Inseln
Küsten- und Meeresraummanagement
Planung des Managements von Schutzgebieten und geschützten Gebieten
Welterbe
Standort
Europa Island (verstreute Inseln, südlicher Mosambik-Kanal)
Östliches und südliches Afrika
Auswirkungen

Das erste Jahr der Überwachung hat sowohl für die Manager (TAAF) als auch für die Wissenschaftler neue Informationen geliefert. Zum ersten Mal wurde die zeitliche Dynamik des Korallenriffs von Europa aufgezeichnet. Wir haben zirkadiane, lunare und saisonale Schwankungen in der Aktivität der Riffgemeinschaft anhand der Schwankungen verschiedener ökoakustischer Indizes festgestellt. Es wurden auch mehrere Aktivitätsspitzen festgestellt.

Diese Ergebnisse haben direkte Auswirkungen auf das Management. So können beispielsweise menschliche Aktivitäten (Ökotourismus, Forschung) jetzt so angepasst werden, dass sie die Zeiten höherer biologischer Aktivitäten vermeiden. Außerdem stellen die einjährigen Daten eine Ausgangsbasis dar, mit der künftige Aufzeichnungen verglichen werden können, um Störungen zu erkennen und deren Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen (z. B. die Auswirkungen von Bleichereignissen). Dies kann es den Managern ermöglichen, Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen durchzuführen, um den Verlusten an biologischer Vielfalt und Ökosystemfunktionen kurz nach den Störungen entgegenzuwirken.

Leider haben die 5 m hohen Wellen eines starken Hurrikans, der im März 2019 vorbeizog, einen riesigen Felsen bewegt, der das Kabel brach. Ein Blitzreparaturversuch schlug fehl, und wir warten derzeit auf eine Gelegenheit für einen längeren Eingriff. Diese Überwachung sollte fortgesetzt werden, nicht nur wegen des außergewöhnlichen Wertes des Korallenriffs von Europa, sondern auch, weil diese Station eine einzigartige Gelegenheit bietet, die allgemeinen Auswirkungen des Klimawandels auf die Korallenriffe zu beobachten, ohne dass der Mensch direkt darauf Einfluss nimmt.

Ziele für nachhaltige Entwicklung
SDG 14 - Leben unter Wasser
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